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Wind von der Bretagne…

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Hochgelegen, idyllisch, zeitgemäss, weltoffen, unvermeidbar, beleuchtet… Heute aber hat Taormina seinen Vorhang verdunkelt. Die See zwei Meter hoh’, ein Wind von 30 Knoten aus Nordosten… Poseïdon ist erzürnt. Von Letojani zum Cap Passero vorbei an Naxos bis hin zu Syracuse, während die Wellen auf den schwarzen Dämmen aufschlagen, bricht der Ozean am rosafarbenen Granit der Stadtmauern der nördlichen Bretagne. Die Strände verwandeln sich in glitzernde Gischtstreifen und was sichtbar wird ist, zwischen zwei Wellenschlägen, verstreutes Strandgut von Buden, die von Ihrem Standort fortgerissen wurden. Und während die Anker sich wälzen, das Wasser schwarz und die Ufer weiss sind, verwandeln die Klippen das grosse Blau in ein wolkiges Meer. Nebenbei erinnert diese heftige Gischt, die von Griechenland angeschwemmt wurde, an die Geschichte der „Sonneninsel“, die schon seit drei Jahrtausenden in den Unwettern von Olymp und Odysée sowie dem Geschmack des Salzes verwurzelt ist. Hephaistos, der gegen den mächtigen Zorn des Bruders Zeus nichts zu unternehmen vermag und der Ätna, der hinter den lautlosen Nebelschwaden verborgen bleibt. An die schwarzen, aus dem Äther hervorgegangenen Felsen des Riesen Typhus koppeln sich weiter unten mondbeschienene Landschaften, Eichenholzwälder und Kastanienbäume an. Solange auf dieses vulkanische Erdreich aus schwarzem Sand Blitze und Lichtfunken gespickt wie Seeigel niedergehen und sich der Abhang dieses „magischen Bergs“ verliert, schwindet für Alexander, den kleinen Bretonen von fünf Jahren, das Gefühl für Wasser, Kälte und Wind. Von der Bucht von Naxo aus ist Riposto einen Umweg wert. Dieser robuste und eigensinnige Fischerhafen ist als eine kleine, geniale Stadt gekrönt, die dem Tourismus im Gegensatz zu den touristischen Regionen (Taormina, 30 Kilometer nördlich) nicht nachgibt und über Unwetter und alle, die von ihr Angst haben, hinwegsieht. Vier Tranchen Thon, die auf dem Fischmarkt gegen drei Säcke „maroni“ eingetauscht werden. Bestimmt waren die getränkten Worte, die aus dem Munde dieser Seemänner stammen ebenso salzig wie diejenigen der Seemänner aus Le Guilvinec.

paradiesischer Winkel…

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Aber man sollte sich deswegen nicht in die Irre führen lassen. Mit seiner Sanftheit im Leben, den anhaltenden Momenten, den Leckerbissen an jeder Strassenecke und seiner dennoch stürmischen Art und Weise, ist und bleibt Taormina eine paradiesische Ecke. Und auch wenn Sizilien manchmal ozeanische Allüren aufweist, geht doch nie etwas von ihrem Charme verloren. Ihre Schönheit ist unbestritten eine vorherrschende Komponente der „Dreispitzigen“. Die Anmut des Meeres, des Himmels und der hochmütigen Linie der Berge, welche den schroffen Küstenlinien folgen und diese beschützen. Die Schönheit einer Natur, die anstatt dass sie flüstert ihre Stimme mit seinen strahlenden Farben, bezaubernden Parfums und prächtigen Reizen zu Tage bringt. Eine Natur, die mit hochherrschaftlicher Gleichgültigkeit bei den langen Kaskaden der tausend gekreuzten Schicksale zugegen war:
Bei den Phöniziern, welche erste Ladentheken an abendländischen Küstenstrichen eingerichtet haben. Im Süden und Osten bei den Griechen, die dorische Tempel und Theater errichteten, an welche die Römer ihre Mauern lehnten. Bei den Arabern, welche ihre Festungen auf ehemaligen griechischen Akropolen erbauten, goldige Gärten aufstellten wie die von Hauteville de Normandie und welche dann von den Nachfahren namens Barbarossa in Königspaläste umgebaut wurden. Bei den Spaniern, die bei gotischen Fassaden neue barocke Treppenstufen errichteten… und 1860, als Garibaldi mit seiner « Mille » in Marsala an Land ging, um das Königreich der beider Sizilien zu befreien. An das mehrfache Gedächtnis der Triskeles reihen sich zahlreiche Merkmale der modernen Geschichte, was aufs Neue alles gewechselt und doch alles beim Alten gelassen hat… eine Schönheit, die sich mit keiner anderen vergleichen lässt.

Warten Sie also nicht länger…

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wie die gemischten Stimmen von Gesualdo Bufalino und Ibn Hamdis sagen würden… und steigen Sie an Bord dieser dreieckigen Arche, die auf jahrtausend Jahre alten Wellen reitet. Dieses Land, „welchem die Taube sein Collier geliehen und der Pfau mit seinem schillernden Federn überdeckt hat“, entfloh so vielen Stürmen, dass es ihr möglich wäre, Raketenangriffe zu überleben… und, halten Sie in Ihrer Tasche immer ein Wörterbuch bereit: es ist gut möglich, dass aus den Wassern plötzlich Aphrodite Anadiomene auftaucht und voller Begierde mit Ihnen ein Schwätzchen halten möchte…
Gute Reise!